A TROPICAL HOUSE

2015

HD, surround, 51 min (exzerpt 2:07 min)

* Honorable Mention: SAH Award for Film and Video, Chicago 2017
Sales and distribution sixpackfilm

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DE

Nach seiner formal dichten Arbeit Tower House von 2013 ist A Tropical House die zweite filmische Meditation Karl-Heinz Klopfs über das Zuhause eines Architekten. Diesmal handelt es sich um das 2013 fertiggestellte Haus des indonesischen Architekten Andra Matin, welches in Bintaro, einem Vorort von Jakarta, gelegen ist.
A Tropical House ist fast zur Gänze aus statischen Totalen und Halbtotalen komponiert: Der Raum wird Schritt für Schritt und Ebene für Ebene aus einer Vielzahl von Blickwinkeln erschlossen. (Die wenigen Sequenzen, in denen sich die Kamera bewegt, sorgen für kleine Freudenschübe beim Betrachter).
Das Haus selbst ist einfach genug: lange Betonplatten, Holzwände, Rampen, dazwischen großzügige Leerräume. Man könnte auch umgekehrt sagen, das Haus bestehe aus weitläufigen, bloß hier und da von Holz und Beton unterbrochenen Licht- und Lufttrakten. Es gibt auch einen großen Teich, Rasenflächen, einen Frangipanibaum in einem weiteren Teich sowie eine erkleckliche Zahl an Katzen – ganz zu schweigen von den Familienmitgliedern, Freunden und Arbeitern, die alle unterschiedlichen Beschäftigungen nachgehen in diesem ruhigen und doch sehr belebten Haus.
Das ganze Ensemble scheint trotz seines physischen Gewichts geradezu in der Luft zu schweben. Das Haus ist ‚offen‘. Das vermeintlich einfache Gebäude wird zu einem Gegenstand der Faszination für den Betrachter, vor dessen Augen sich die sorgfältig entworfenen Räumlichkeiten entfalten. Mag das Haus auch den Eindruck erwecken, ganz im gegenwärtigen Moment zu ruhen – die Oberflächen des Materials im sich ändernden Licht; der komplex gewebte Soundteppich aus Wind und Wasser, urbanem Geklapper und Vogelgesang –, so erfahren wir doch auf der anderen Seite von den Stimmen Matins und seiner Frau, die aus dem Off zu hören sind, dass das Haus aus den Kindheitserinnerungen seines Schöpfers gemacht wurde. A Tropical House ist ein Film, der sich Zeit lässt (so viel, wie nötig ist, nicht mehr). Die Räume des Hauses sind der Film, den wir sehen. (Arturo Silva; Übersetzung aus dem Amerikanischen: Thomas Brooks)

EN

Following his formally taut 2013 film Tower House, A Tropical House is Karl-Heinz Klopf’s second cinematic meditation on an architect’s own home, in this case, that of the Indonesian architect Andra Matin, completed in 2013 and located in Bintaro, a suburb of Jakarta.
The film is made almost entirely of static, medium or long shots, with each succeeding, horizontal view revealing the home, floor by floor, and from a variety of angles. (The few moving shots provide rushes of delight.)
The house itself is simple enough: long slabs of concrete or wood walls and ramps with large open gaps between. Or, one can say: the house is composed of large tracts of air and light with interruptions of wood and concrete. There is also a large pond, lawns, a frangipani tree in another pond, and lots and lots of cats—not to mention family and friends and workers, all of them engaged in a variety of activities in this serene yet lively home.
For all of its physical weight, the entire ensemble seems almost to float in the air. The house is ‚open‘. The seemingly simple building becomes an object of fascination as its many carefully designed spaces are given over to the viewer. And, for all of its presentness and intimacy—the surfaces of the materials and changes in light; the full-bodied soundtrack of wind and water, urban clatter and birdsong—the voice-overs (by Matin and his wife) also reveal that the house has been made out of its author’s childhood memories. A Tropical House is a film that takes its time (as much as it needs, but no more), and a house whose spaces is the film we see. (Arturo Silva)